Jusletter

Liebe Leserinnen und Leser
 
An der EM 2012 in Polen sollen mithilfe von sog. elektronischen Fussfesseln Hooligans überwacht werden; in der Schweiz wird überlegt, dass z.B. gewalttätige Männer zum Schutz ihrer Frauen solche Fussfesseln erhalten. Im Rahmen der Diskussion um die Einführung kurzer Freiheitsstrafen wird die Fussfessel für den Vollzug von Freiheitsstrafen zwischen einem und sechs Monaten vorgesehen, um diese auch ausserhalb des Gefängnisses zu ermöglichen. Doch stellt diese elektronische Überwachung tatsächliche eine Alternative zur eigentlichen Haftstrafe dar? Nathalie Berlovan analysiert die rechtlichen Voraussetzungen und Anwendungsmöglichkeiten in der Schweiz.
 
Der indirekte Gegenvorschlag zur «Abzocker»-Initiative wurde in der Schlussabstimmung der Frühjahrssesssion am 16. März 2012 nach langem Hin und Her in den Räten angenommen. Dr. Daniel M. Häusermann unterzieht den Vorschlag einer kritischen Analyse und würdigt die geplanten Änderungen im Aktienrecht aus rechtspolitischer Sicht.
 
Silvia Eggenschwiler Suppan kommentiert das Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2011. Das Bundesgericht hat eine Vermieterkündigung wegen schleppender Mietzinszahlung für gültig erklärt, obwohl der Vermieter bei Vertragsabschluss ein amtliches Formular nicht verwendete, welches auf die Anfechtbarkeit des Anfangsmietzinses aufmerksam macht. Der Einwand der Mieter wurde als rechtsmissbräuchlich angesehen.
 
Die richtige Anwendung von Art. 142 Abs. 2 ZPO zur Berechnung von Monatsfristen ist deshalb schwierig, da – je nach Auslegung – die Vorschrift zu einer um einen Tag längeren oder kürzeren Frist führt. In der Praxis ist dieser Tag aber oft entscheidend. Philipp Weber spricht sich für eine «isolierte» Betrachtungsweise zur Verwirklichung einer effektiven Monatsfrist aus und führt die entsprechenden Argumente an.
 
Dr. Luc Gonin widmet sich dem Essay von Jürgen Habermas «Zur Verfassung Europas – Ein Essay». Er fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und analysiert diese im Zusammenhang mit der Konstitutionalisierung des Völkerrechts und mit der Entstehung einer «geteilten» Souveränität  sowie einer transnationalen Demokratie.
 
Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und einen guten Start in die neue Woche.
 
   
Simone Kaiser Sarah Montani
Rechtsanwältin, Leiterin Jusletter Mitinhaberin Weblaw AG

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